SAP-Systeme im Fadenkreuz: Wie SAP-Penetrationstests die Sicherheit in der Defense-Branche gewährleisten

In einer Zeit, in der staatliche und nichtstaatliche Akteure gezielt kritische Infrastrukturen und deren Lieferketten angreifen, ist ein proaktiver und spezialisierter Schutz unerlässlich. Die Einhaltung strenger Compliance-Vorgaben wie der VS-Konformität oder der NATO-Standards ist dabei nur eine von vielen Herausforderungen. Wie können Unternehmen der Verteidigungsbranche also sicherstellen, dass ihre sensibelsten Daten und Prozesse wirksam geschützt sind, ohne die operative Effizienz zu beeinträchtigen?

Dieser Blogbeitrag beleuchtet die einzigartigen Cybersecurity-Herausforderungen, mit denen sich die Verteidigungsindustrie konfrontiert sieht, und zeigt auf, warum ein spezialisierter SAP-Penetrationstest mehr als nur eine technische Maßnahme ist – er ist ein strategischer Imperativ.

Erfahren Sie, wie Sie durch die Simulation authentischer Angriffsvektoren verborgene Schwachstellen in Ihrer SAP-Landschaft aufdecken, Ihre RFC-Schnittstellen härten und eine ganzheitliche Sicherheitsstrategie entwickeln, die den besonderen Anforderungen Ihrer Branche gerecht wird. Denn in der modernen Verteidigung ist Cyber-Resilienz keine Option, sondern die Grundlage für Handlungsfähigkeit und Souveränität.

Der Mythos der sicheren „Black Box“: Warum SAP-Systeme das neue Schlachtfeld sind

Die Bedrohungslage im Cyberraum hat sich dramatisch verschärft. Staatliche und nichtstaatliche Akteure agieren mit zunehmender Professionalität und nehmen gezielt Unternehmen der Verteidigungsindustrie ins Visier. Ihr Ziel ist nicht mehr nur der Diebstahl von Know-how, sondern die aktive Sabotage und die Vorbereitung hybrider Angriffe. Der Hackerangriff auf den Rüstungskonzern Rheinmetall im Jahr 2025, bei dem sensible Daten entwendet wurden, ist nur die Spitze des Eisbergs. Er zeigt eindrücklich, dass die digitale Front längst Realität ist und die nationale Sicherheit direkt von der Cyber-Resilienz der Industrie abhängt. In diesem Szenario rückt eine Komponente in den Mittelpunkt, die lange als sicher galt und oft vernachlässigt wurde: die SAP-Systemlandschaft.

In vielen Unternehmen werden SAP-Systeme als eine Art isolierte „Black Box“ behandelt. Sie sind das Rückgrat für Finanzen, Logistik, Personalwesen und Produktion, werden aber von den allgemeinen IT-Sicherheitsteams oft nur am Rande mitbetreut. Die Komplexität der SAP-Architektur und das fehlende Spezialwissen führen dazu, dass diese Systeme bei klassischen Sicherheitsüberprüfungen außen vor bleiben. Ein fataler Fehler, denn Angreifer haben diesen blinden Fleck längst erkannt: Die Datenexfiltration ist zur größten Bedrohung für SAP-Systeme aufgestiegen, und die Zahl der Angriffe nimmt stetig zu. Angreifer wissen, dass sie hier auf die Kronjuwelen eines Unternehmens stoßen, von Konstruktionsplänen über Personaldaten bis hin zu kritischen Lieferketteninformationen.

SAP-Systeme: Mehr Angriffsfläche als gedacht

mögliche Schwachstellen: 

  • Unsichere RFC-Schnittstellen
  • Ungepatchte Systeme
  • Fehlkonfigurationen
  • Cloud-Anbindungen

mögliche Angriffsvektoren:

  • Externe Angreifer (Staatlich/Kriminell)
  • Interne Bedrohungen (Kompromittierte Konten)
  • Supply-Chain-Angriffe

Die doppelte Herausforderung: Hybride Bedrohungen treffen auf komplexe Compliance

Für die Verteidigungsindustrie potenziert sich diese Gefahr. Hier geht es nicht nur um wirtschaftliche Schäden, sondern um die Integrität nationaler und bündnisweiter Sicherheitsarchitekturen. Die Branche steht vor einer doppelten Herausforderung: Sie muss sich gegen hochprofessionelle Angreifer verteidigen und gleichzeitig ein extrem dichtes Netz an regulatorischen Vorgaben erfüllen. Die bloße Existenz einer Firewall reicht hier längst nicht mehr aus.

Die regulatorische Zange: Von NIS-2 bis VS-NfD

Die gesetzlichen Anforderungen an die Cybersecurity werden immer strenger. Die NIS-2-Richtlinie der EU erweitert die Pflichten für Betreiber kritischer Infrastrukturen und „wesentliche Einrichtungen“, zu denen ein Großteil der Verteidigungsindustrie zählt. Sie fordert ein aktives Risikomanagement, die Absicherung der Lieferkette und strenge Meldepflichten bei Sicherheitsvorfällen. Der Cyber Resilience Act (CRA) nimmt zudem Hersteller von Produkten mit digitalen Elementen in die Pflicht und verlangt ein lückenloses Schwachstellenmanagement über den gesamten Produktlebenszyklus.

    Für die Verteidigungsbranche kommen spezifische Auflagen hinzu:

    • VS-Konformität: Die Verarbeitung von Verschlusssachen (VS) erfordert eine spezielle Härtung und Akkreditierung der IT-Systeme nach den Vorgaben des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).
    • NATO-Standards: Die Zusammenarbeit im Bündnis erfordert die Einhaltung spezifischer NATO-Vorgaben für IT-Sicherheit und Interoperabilität.
    • Kriegswaffenkontrollgesetz (KWKG) und Exportkontrolle: Der Umgang mit sensiblen Gütern und Daten unterliegt strengsten gesetzlichen Kontrollen, deren Einhaltung auch in den IT-Systemen abgebildet und nachgewiesen werden muss.

    Die technische Achillesferse: Ungepatchte Systeme und offene Schnittstellen

    Diese regulatorischen Anforderungen treffen auf eine technische Realität, die oft von unentdeckten Schwachstellen geprägt ist. Eine der größten Herausforderungen dabei: Das rechtzeitige Einspielen von Sicherheitspatches. Die Komplexität der Systeme und die Angst vor Betriebsausfällen führen zu gefährlichen Patching-Rückständen. Angreifer können neu entdeckte Schwachstellen oft innerhalb weniger Stunden ausnutzen. Besonders kritisch sind dabei die RFC-Schnittstellen (Remote Function Call). Sie sind die zentralen Nervenbahnen der SAP-Landschaft, die Systeme miteinander verbinden. Sind sie nicht korrekt konfiguriert und gehärtet, bieten sie Angreifern ein offenes Einfallstor, um sich lateral im Netzwerk zu bewegen und auf kritische Systeme zuzugreifen.

    Vom blinden Fleck zur gehärteten Festung: Die strategische Notwendigkeit von SAP-Penetrationstests

    Wie können Unternehmen der Verteidigungsbranche diesen komplexen Herausforderungen begegnen? Die Antwort liegt in einem proaktiven und spezialisierten Vorgehen: dem SAP-Penetrationstest. Ein solcher Test ist weit mehr als ein automatisierter Schwachstellen-Scan. Er simuliert einen gezielten Angriff durch einen echten, menschlichen Experten, der mit den Methoden und Denkweisen von Cyberkriminellen vertraut ist. Der entscheidende Vorteil: Er verbindet tiefgreifendes SAP-Know-how mit praxiserprobter Cybersecurity-Expertise. Angesichts verschärfter regulatorischer Anforderungen, etwa durch die NIS2-Richtlinie, die geeignete, verhältnismäßige und wirksame technische sowie organisatorische Maßnahmen zur Sicherstellung hoher Cyberresilienz fordert, stehen Unternehmen der Verteidigungsbranche zusätzlich unter Compliance-Druck. Ein spezialisierter SAP-Penetrationstest ist in diesem Kontext nicht nur eine sicherheitstechnische Best Practice, sondern eine nachvollziehbare und prüfbare Maßnahme zur Erfüllung dieser Vorgaben. 

    Ein Standard-Penetrationstest, der sich nur auf die Netzwerk- und Betriebssystemebene konzentriert, greift bei SAP zu kurz. Er kann die spezifischen Schwachstellen in der SAP-Anwendungsschicht, in den Konfigurationen oder in den unzähligen Schnittstellen nicht aufdecken. Ein spezialisierter SAP-Penetrationstest hingegen geht genau dort in die Tiefe. Er prüft nicht nur von außen (Black-Box-Ansatz), sondern simuliert auch einen Angriff von innen (Grey-Box-Ansatz), um beispielsweise die Risiken durch kompromittierte Benutzerkonten oder Insider-Bedrohungen zu bewerten. Er analysiert die Sicherheit der RFC-Kommunikation, prüft auf fehlerhafte Konfigurationen und sucht nach Schwachstellen in Eigenentwicklungen (ABAP-Code).

    Mehr als nur ein Audit: Wie eine echte Angriffssimulation Ihre Verteidigungslinie stärkt

    Ein SAP-Penetrationstest ist kein theoretisches Audit, das Checklisten abarbeitet. Er liefert den „Beweis durch Ausnutzung“ und zeigt schwarz auf weiß, wie ein Angreifer Ihr System kompromittieren könnte. Dieser Perspektivwechsel von einer rein defensiven Haltung zu einer aktiven Angreifer-Simulation ist für eine robuste Sicherheitsstrategie unerlässlich. Er hilft, die tatsächlichen Risiken zu verstehen und die richtigen Prioritäten bei der Behebung zu setzen.

    Die Ergebnisse eines solchen Tests sind mehr als nur eine Liste technischer Schwachstellen. Sie sind die Grundlage für eine ganzheitliche Sicherheitsstrategie:
     

    • Risikobasierte Priorisierung: Sie erfahren, welche Schwachstellen das größte Risiko für Ihre Unternehmensgeheimnisse darstellen und können Ihre Ressourcen gezielt dort einsetzen, wo sie am dringendsten benötigt werden.
    • Härtung der Systeme: Sie erhalten konkrete, umsetzbare Handlungsempfehlungen zur Behebung der gefundenen Lücken – von der Konfigurationsanpassung bis zur sicheren Entwicklung.
    • Compliance-Nachweis: Ein Penetrationstest-Bericht dient als wichtiger Nachweis gegenüber Prüfern und Behörden, dass Sie Ihrer Sorgfaltspflicht nachkommen und proaktive Maßnahmen zur Absicherung Ihrer Systeme ergreifen.
    • Stärkung des Sicherheitsbewusstseins: Die konkreten Angriffsszenarien schärfen das Bewusstsein bei Entwicklern, Administratoren und Management für die realen Bedrohungen.

    Ihr Weg zur Cyber-Resilienz: Ein bewährtes Vorgehen für die SAP-Sicherheit

    Die Absicherung einer komplexen SAP-Landschaft in der Verteidigungsindustrie erfordert einen strukturierten und erfahrenen Partner. Bei abat kombinieren wir jahrzehntelange SAP-Expertise mit spezialisiertem Cybersecurity-Wissen. Neben SAP-spezifischen Sicherheitsprüfungen bieten wir auch umfassende Cybersecurity-Assessments für Non-SAP-Systeme an.

    Für die gezielte Absicherung Ihrer SAP-Lösungen führen wir spezialisierte SAP-Penetrationstests durch, die individuell auf Ihre Systemlandschaft und regulatorischen Anforderungen zugeschnitten sind.

    • Vorgespräch und Scoping: Gemeinsam definieren wir den Prüfumfang, analysieren Ihre Systemlandschaft und legen die Angriffsszenarien fest.
    • Durchführung des Penetrationstests: Unsere Experten simulieren realistische Angriffe auf Ihre Systeme, ohne den laufenden Betrieb zu gefährden.
    • Analyse und Reporting: Sie erhalten einen detaillierten Bericht, der die gefundenen Schwachstellen klar und verständlich beschreibt, ihr Risiko bewertet und konkrete Maßnahmen zur Behebung aufzeigt.
    • Abschluss-Workshop: Wir präsentieren Ihnen die Ergebnisse, diskutieren die Handlungsempfehlungen und unterstützen Sie bei der Priorisierung.
    • Re-Test und kontinuierliche Verbesserung: Nach der Umsetzung der Maßnahmen überprüfen wir deren Wirksamkeit in einem Re-Test und begleiten Sie auf dem Weg zu einer nachhaltig gestärkten Cyber-Resilienz.

    In einer Zeit, in der die digitale Souveränität zur Grundlage der nationalen Sicherheit wird, ist die Absicherung Ihrer SAP-Systeme keine Option, sondern ein strategischer Imperativ. Warten Sie nicht, bis Angreifer Ihre Schwachstellen finden. Handeln Sie jetzt proaktiv.

    Kontaktieren Sie unsere Experten und lassen Sie uns gemeinsam Ihre SAP-Festung härten. Denn Ihre Sicherheit ist unsere Mission

    Zu unseren Cybersecurity-Leistungen


    Oder direkt zu unseren SMARTsolutions:

     

    Jetzt Kontakt aufnehmen! 

    FAQs: SAP-Sicherheit in der Verteidigungsindustrie

    Nein. SAP-Systeme haben eine hochkomplexe Architektur mit eigenen Protokollen (z. B. RFC), Berechtigungskonzepten und Konfigurationen. Allgemeine Sicherheitstools und -audits haben hier oft keinen Einblick und übersehen kritische, SAP-spezifische Schwachstellen. Nur ein spezialisierter Test kann diese Lücke schließen.

    Ja. Viele Angriffe erfolgen heute über Umwege, zum Beispiel durch kompromittierte Benutzerkonten, Phishing-Angriffe auf Mitarbeiter oder Angriffe auf angebundene Systeme in der Lieferkette. Ein Angreifer, der einmal im internen Netzwerk ist, kann sich ohne spezialisierte SAP-Sicherheitsmaßnahmen oft unbemerkt zu den SAP-Systemen bewegen.

    Ein automatisierter Scan findet bekannte, musterbasierte Schwachstellen. Ein Penetrationstest hingegen wird von einem menschlichen Experten durchgeführt, der kreativ und kontextbezogen vorgeht. Er kombiniert verschiedene Schwachstellen, um komplexe Angriffsketten zu simulieren und die tatsächliche Ausnutzbarkeit eines Risikos zu demonstrieren.

    Ein professionell durchgeführter Penetrationstest wird in enger Abstimmung mit Ihnen geplant und findet in der Regel auf Test- oder Qualitätssicherungssystemen statt, um den produktiven Betrieb nicht zu gefährden. Der Aufwand hängt vom Umfang der zu testenden Systeme ab, ist aber im Vergleich zum potenziellen Schaden durch einen erfolgreichen Angriff eine geringe Investition.

    Unsere Expert*innen kennen die spezifischen Anforderungen der Verteidigungsindustrie. Wir prüfen Ihre SAP-Systeme gezielt auf die Einhaltung dieser Standards, identifizieren Abweichungen und geben konkrete Empfehlungen, wie Sie die Konformität herstellen und nachweisen können. Unsere langjährige Erfahrung in der Branche, unter anderem durch Projekte wie die S/4HANA-Einführung bei der HIL GmbH, stellt sicher, dass wir Ihre Sprache sprechen.

    Das könnte Sie auch interessieren

    Modernes Rechenzentrum mit Sicherheitsicon symbolisiert Cybersicherheit von abat.

    Cybersecurity Beratung

    jetzt beraten lassen 

    SAP-Penetrationstests

    jetzt Risiken minimieren 

    Kontaktieren Sie unseren Experten

    abat Insights

    Melden Sie sich an und erhalten Sie eine Nachricht, sobald wir neues Wissen für Sie bereitstellen.

    Jetzt anmelden! 

    Möwen fliegen im Formationsflug über ruhiges Meer mit kleinen Inseln bei blauem Himmel.