Ablösung des BI-LOOPS-Systems durch SAP EWM bei Boehringer Ingelheim

Zentralisierte und harmonisierte Prozesse für einen Global Player

Auf einen Blick

Boehringer Ingelheim
Pharmaunternehmen
Ingelheim am Rhein
über 54.500 Mitarbeitende (2024)
Umsatz: 26,8 Mrd. (2024)
Upstream Großmaßstabin in der Biopharmazeutische Produktion bei Boehringer Ingelheim.

Das Unternehmen

Boehringer Ingelheim zählt zu den weltweit führenden forschungsorientierten Pharmaunternehmen. Gegründet 1885 und bis heute in Familienbesitz, beschäftigt das Unternehmen über 54.500 Mitarbeitende (2024) und erwirtschaftete im selben Jahr einen Umsatz von 26,8 Milliarden Euro. Hauptsitz ist Ingelheim am Rhein. Das Unternehmen investiert rund 20 Prozent seines Umsatzes in Forschung und Entwicklung. Damit verfolgt Boehringer Ingelheim konsequent das Ziel, innovative Medikamente für bislang ungedeckte medizinische Bedürfnisse zu entwickeln – mit dem Anspruch, die Gesundheit von Mensch und Tier weltweit zu verbessern.

Das Projekt profitierte von den vielen Mitarbeitenden mit umfassender Systemerfahrung. Die Implementierung von SAP EWM war ein großer Erfolg und Lernfeld für die anstehende GBS-Einführung.

Stefan Schmidt,
Leiter SC Standards & Service, Boehringer Ingelheim

Die Herausforderung

Als global agierender Konzern setzt Boehringer Ingelheim auf eine weltweit einheitliche ERP-Lösung, um Prozesse zu standardisieren, Effizienz zu steigern und Transparenz in allen Abläufen zu schaffen. Diese Lösung basiert auf SAP S/4HANA als zentralem ERP-System sowie ergänzenden Satellitensystemen wie dem Extended Warehouse Management (SAP EWM).
An den meisten internationalen Standorten ist diese Implementierung bereits erfolgreich erfolgt. Am Hauptsitz Ingelheim ist der Go-live des kompletten ERP-Systems für 2027 vorgesehen.

Dort befinden sich zentrale Logistikbereiche: ein modernes Verpackungsgebäude sowie ein automatisiertes Hochregallager, das einen Großteil der Kunden beliefert.
Um Risiken zu minimieren und die Komplexität der vollständigen SAP-Einführung zu reduzieren, wurde entschieden, SAP EWM für Verpackungsgebäude und Hochregallager vorab einzuführen. So konnten Erfahrungen gesammelt und Prozesse stabilisiert werden, bevor die gesamte ERP-Lösung ausgerollt wird.

Die Lösung

abat entwickelte gemeinsam mit Boehringer Ingelheim ein Vorgehen, das auf einem globalen SAP-EWM-Template basiert. Ziel: maximale Standardisierung, minimale Abweichungen vom SAP-Standard, klare Skalierbarkeit für andere Standorte. Anpassungen am Template wurden nur dann vorgenommen, wenn sie für mehrere Lager von Nutzen oder für zukünftige Anforderungen relevant waren.
Besondere Anforderungen im Projekt:

  • Integration einer Applikation für das Temperaturtracking einzelner Handling Units
  • Anbindung des automatisierten Hochregallagers an EWM
  • Schnittstellenentwicklung zu einem externen MES-System (non-SAP)

Damit entstand eine Lösung, die nahtlos in die globale ERP-Strategie eingebettet ist, aber gleichzeitig die lokalen Besonderheiten berücksichtigt.

Ansetzen einer Zellkultur in der biopharmazeutische Produktion bei Boehringer Ingelheim.

Das Projekt – von der Planung bis zum Go-live

Die Wurzeln des Projekts liegen im ECLIPSE-Projekt, das grundlegende Anforderungen definierte. Im Juni 2021 fiel die Entscheidung für abat als Implementierungspartner. Am 13. Juli 2021 startete das Projekt mit einem offiziellen Kick-off.

Solution Design Phase
In Workshops wurden die Anforderungen und Prozesse detailliert ausgearbeitet. Die COVID-19-Pandemie stellte das Team vor organisatorische Herausforderungen, die aber durch pragmatische Lösungen wie größere Räume für Workshops schnell gemeistert wurden. In dieser Phase wurde deutlich, dass die bestehende Systemlandschaft komplexer war als zunächst angenommen. Durch „Deep Dives“ in einzelne Prozesse wurden diese präzise aufgeschlüsselt und in das Solution Design überführt. Erste Tests im Wareneingang bestätigten die Machbarkeit.

Realisierung und Datenmigration
Ab Januar 2022 konzentrierte sich das Projektteam auf die Umsetzung. Entwicklungen wurden realisiert, Daten migriert, Prozesse getestet.

Testphase und Qualitätssicherung
Im vierten Quartal 2022 stand der Verify2-Test an. Boehringer Ingelheim prüfte gemeinsam mit abat alle Prozesse und bestätigte deren Qualität. Der Übergang in die PtQ-Phase („Promote to Quality“) markierte einen entscheidenden Meilenstein auf dem Weg zum Go-live.

Vorbereitung auf den Go-live
2023 stand ganz im Zeichen der finalen Vorbereitung. Über neun Testwochenenden wurde das System und vor allem die Verbindung zur Fördertechnik auf Herz und Nieren geprüft. Über 100 Key User wurden geschult, ergänzt durch das „Gym-Konzept“, das die Anwendungssicherheit bis zum Go-live sicherstellte.

Go-live und Hypercare
Im September 2023 erfolgte schließlich der produktive Start. Nach finalen Performance-Optimierungen wurden die ersten Pilotaufträge fehlerfrei abgewickelt. Der Business Go-live verlief erfolgreich – die Systeme liefen weitgehend störungsfrei, die Mengen- und Prozessanforderungen wurden schnell erreicht.

 

Erfolgsfaktoren

Erfahrung: Mitarbeitende mit umfassender Systemerfahrung sicherten Qualität und gaben Wissen als Mentoren weiter.

Partnerschaft: Die enge Zusammenarbeit von Boehringer Ingelheim und abat war geprägt von Professionalität, Offenheit und gegenseitigem Vertrauen.

Qualität: Intensive Tests, konsequente Nutzung des SAP-Standards und ein praxisnahes Schulungskonzept machten den Go-live zum Erfolg.

Die Ergebnisse

Die Einführung von SAP EWM in Ingelheim war ein voller Erfolg. Prozesse im Verpackungsgebäude und im Hochregallager konnten harmonisiert und automatisiert werden.
Ergebnisse nach 7 Wochen Go-live:

  • 7.091 Paletten im Wareneingang verarbeitet
  • 802 Auslieferungen mit 9.899 Paletten abgewickelt
  • 612 Prozessaufträge für 7.584 Paletten fertiger Produkte abgeschlossen
  • 429 Nutzungsentscheidungen dokumentiert

Die gesteigerte Automatisierung und Transparenz führten zu deutlich höherer Effizienz und verbesserten Kontrollmöglichkeiten der Warenströme. Damit ist Boehringer Ingelheim einen wichtigen Schritt näher an seinen Zielen der operativen Exzellenz und logistischen Leistungsfähigkeit.

Fachliche Expertise auf der einen Seite, gepaart mit Neugier und Offenheit für Neues auf der anderen Seite, haben das Projekt beflügelt.

Dominik Grund,
IT-Projektleiter, Boehringer Ingelheim

Fazit

Mit der erfolgreichen Einführung von SAP EWM am Standort Ingelheim hat Boehringer Ingelheim die Grundlage für den globalen ERP-Rollout gelegt. abat trug mit technischer Expertise, Projektmethodik und enger Zusammenarbeit entscheidend dazu bei, dass die hochkomplexe Einführung im Verpackungsgebäude und Hochregallager nicht nur reibungslos verlief, sondern auch positive Anpassungen in der Vorgehensweise für kommende EWM Projekte hervorbrachte.

Ansetzen einer Zellkultur in der biopharmazeutische Produktion bei Boehringer Ingelheim.

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