Vom bestehenden Nachhaltigkeitsreporting zur strukturierten CSRD-Readiness

LR Health & Beauty versteht Nachhaltigkeit nicht nur als Berichtspflicht

Auf einen Blick

LR Health & Beauty SE
Kosmetik-, Gesundheits- und Lifestyleprodukten
Ahlen
1.166 Mitarbeitende (2025)
ca. 277,1 Mio. EUR (2025)

Das Unternehmen

LR Health & Beauty gehört zu den führenden europäischen Gesellschaften im Direktvertrieb von Kosmetik- und Gesundheitsprodukten. Das Unternehmen entwickelt und vertreibt Pflegeprodukte, Nahrungsergänzungsmittel und Lifestyleprodukte über ein internationales Netzwerk selbstständiger Vertriebspartner. Ein großer Teil der Wertschöpfung, insbesondere in den Bereichen Forschung, Entwicklung, Produktion und Logistik, ist am Hauptstandort in Ahlen angesiedelt.

Ein großer Mehrwert war, dass wir unsere Nachhaltigkeitsdaten erstmals zentral strukturiert bündeln konnten. Mit ID-Report erfassen wir Emissionen und relevante Kennzahlen konsistent.

Bastian Langer,
Senior Corporate Controller bei LR Health & Beauty

Die Herausforderung

LR Health & Beauty beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit Nachhaltigkeit und verfügt über etablierte Strukturen im Nachhaltigkeitsmanagement. Durch eine bestehende Berichtspflicht im Zusammenhang mit der Non-Financial Reporting Directive (NFRD) war das Unternehmen schon früh an Anforderungen der nichtfinanziellen Reports gebunden. Nachhaltigkeitsinformationen wurden daher bereits systematisch erhoben und im Rahmen der finanziellen Berichterstattung veröffentlicht.

Nachhaltigkeit war damit im Unternehmen keineswegs ein neues Thema. Vielmehr existierten bereits zahlreiche Aktivitäten, Kennzahlen und Berichtsstrukturen, die im Laufe der Zeit aufgebaut worden waren. Gleichzeitig zeigte sich jedoch, dass sich das regulatorische Umfeld in Europa erheblich weiterentwickelt. Mit der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) kündigte sich eine neue Phase der Nachhaltigkeitsberichterstattung an, in der sowohl der Umfang als auch die methodischen Anforderungen deutlich steigen.

Vor diesem Hintergrund stellte sich für LR weniger die Frage, ob Nachhaltigkeitsmanagement aufgebaut werden muss. Entscheidend war vielmehr, wie bestehende Strukturen weiterentwickelt und auf zukünftige Anforderungen vorbereitet werden können.

Eine zentrale Herausforderung bestand darin, vorhandene Nachhaltigkeitsinformationen systematisch zu strukturieren und ihre Anschlussfähigkeit an zukünftige regulatorische Anforderungen zu bewerten. Während qualitative Informationen und einzelne Kennzahlen bereits vorhanden waren, zeichnete sich ab, dass insbesondere quantitative Daten stärker an Bedeutung gewinnen würden.

Dies galt vor allem für klimabezogene Themen wie die systematische Erfassung von Treibhausgasemissionen. Relevante Informationen waren im Unternehmen grundsätzlich verfügbar, lagen jedoch häufig verteilt über verschiedene Systeme, Fachbereiche und Prozesse vor. Teilweise existierten unterschiedliche Datenquellen oder Berechnungsansätze, die bislang nicht in einer konsistenten Gesamtstruktur zusammengeführt waren.

Gleichzeitig stellte sich die Frage, wie Nachhaltigkeitsdaten langfristig so organisiert werden können, dass sie nicht nur für Berichtsanforderungen genutzt werden, sondern auch als Grundlage für interne Analysen und Entscheidungen dienen können.

Die Herausforderung bestand daher darin, die bestehenden Nachhaltigkeitsaktivitäten nicht einfach zu erweitern, sondern sie strukturell weiterzuentwickeln. Ziel war es, Transparenz über vorhandene Daten und Prozesse zu erzeugen, methodische Grundlagen für zentrale Nachhaltigkeitsthemen zu definieren und gleichzeitig eine belastbare Basis für zukünftige regulatorische Entwicklungen zu schaffen.

Nachhaltigkeit war bei LR bereits etabliert. Die Zusammenarbeit mit abat half, Strukturen weiterzuentwickeln, Daten konsistenter zu erfassen und eine belastbare Grundlage für künftige Anforderungen zu schaffen.

Markus Bange,
Head of Corporate Controlling, Treasury & Investor Relations bei LR Health & Beauty 

Der Ansatz

Um die bestehenden Nachhaltigkeitsstrukturen von LR systematisch weiterzuentwickeln, setzte abat auf einen strukturierten Beratungsansatz. Ziel war es, regulatorische Anforderungen, vorhandene Datenstrukturen und zukünftige Steuerungsbedarfe gemeinsam zu betrachten, statt isolierte Reportingprozesse aufzubauen.

Im Mittelpunkt stand dabei der von abat entwickelte CSRD-Ready-Ansatz. Dieser Ansatz unterstützt Unternehmen dabei, bestehende Nachhaltigkeitsstrukturen systematisch zu analysieren und gezielt auf zukünftige regulatorische Anforderungen vorzubereiten.

Der Ansatz folgt einem strukturierten Vorgehen mit mehreren aufeinander aufbauenden Phasen. Zu Beginn steht eine Bestandsanalyse der gegenwärtigen Nachhaltigkeitsaktivitäten, Datenquellen und organisatorischen Verantwortlichkeiten. Ziel ist es, Transparenz über bestehende Strukturen zu schaffen und ein gemeinsames Verständnis über vorhandene Kennzahlen, Prozesse und Datenflüsse zu entwickeln.

Darauf aufbauend wird eine Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt, um die für das Unternehmen relevanten Nachhaltigkeitsthemen systematisch zu identifizieren und zu bewerten. Diese Analyse bildet die Grundlage für die weitere inhaltliche Ausrichtung des Nachhaltigkeitsmanagements.

Im nächsten Schritt werden daraus strategische Handlungsfelder sowie konkrete Ziele und Maßnahmen abgeleitet. Parallel dazu wird geprüft, welche Daten und Kennzahlen benötigt werden, um diese Themen künftig konsistent steuern und berichten zu können.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung einer strukturierten Daten- und Reportinglogik. Dabei wird festgelegt, welche Nachhaltigkeitskennzahlen erhoben werden sollen, aus welchen Quellen die Daten stammen und wie sie im Unternehmen langfristig konsistent erfasst werden können.

Der Beratungsansatz war bewusst so angelegt, dass konzeptionelle Arbeit und operative Umsetzung eng miteinander verbunden bleiben. Die im Projekt entwickelten Strukturen sollten nicht nur dokumentiert werden, sondern direkt in eine langfristig nutzbare Daten- und Reportingstruktur überführt werden.

Aufbau einer belastbaren Emissionsbilanz

Im Rahmen der Wesentlichkeitsanalyse zeigte sich schnell, dass klimabezogene Themen für LR eine zentrale Rolle spielen. Insbesondere die systematische Erfassung von Treibhausgasemissionen wurde als ein wesentliches Handlungsfeld identifiziert.

Vor diesem Hintergrund wurde im Projekt ein besonderer Fokus auf den Aufbau einer strukturierten und methodisch belastbaren Emissionsbilanz gelegt. Ziel war es, eine transparente Grundlage zu schaffen, mit der die klimabezogenen Auswirkungen des Unternehmens nachvollziehbar erfasst und langfristig weiterentwickelt werden können.

Gemeinsam mit LR entwickelte abat eine systematische Vorgehensweise zur Erfassung und Bewertung der entscheidenden Emissionsquellen. Zu Beginn wurden die Systemgrenzen der Bilanz definiert und die für das Unternehmen relevanten Emissionskategorien identifiziert.

Ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit bestand in der Analyse der im Unternehmen bereits vorhandenen Daten. Viele der benötigten Informationen waren grundsätzlich vorhanden, lagen jedoch bislang verteilt über verschiedene Systeme, Prozesse und Verantwortlichkeiten vor. Durch die strukturierte Auswertung dieser Datenquellen konnten bestehende Informationen nutzbar gemacht und gleichzeitig mögliche Datenlücken identifiziert werden.

Darauf aufbauend wurden gemeinsam geeignete Berechnungslogiken, Annahmen und Dokumentationsstrukturen entwickelt. Ziel war es, eine Emissionsbilanz zu schaffen, die sowohl methodisch nachvollziehbar als auch langfristig im Unternehmen weitergeführt werden kann.

Darüber hinaus unterstützte abat LR bei der Identifikation geeigneter Emissionsfaktoren und der Auswahl passender Datenquellen für die Berechnung der Treibhausgasemissionen. Die zugrunde liegenden Berechnungslogiken, Faktoren und Datenstrukturen wurden so aufbereitet, dass sie nicht nur im Projektkontext genutzt werden können, sondern auch dauerhaft in der Nachhaltigkeitsdatenstruktur des Unternehmens verankert sind.

In diesem Zusammenhang wurden die entwickelten Berechnungsansätze und Datenstrukturen direkt in die Nachhaltigkeitssoftware ID-Report integriert. Dadurch konnte sichergestellt werden, dass die Emissionsberechnung künftig automatisiert und auf Basis kontinuierlich erhobener Daten fortgeführt werden kann.

Die entwickelte Struktur bildet damit nicht nur die Grundlage für die aktuelle Emissionsberechnung, sondern auch für eine kontinuierliche Verbesserung der Datengrundlage und zukünftige Analysen.

Von der Beratung zur operativen Umsetzung

Ein zentraler Anspruch des Projekts bestand darin, die erarbeiteten Ergebnisse nicht nur konzeptionell zu dokumentieren, sondern sie dauerhaft im Unternehmen nutzbar zu machen. Nachhaltigkeitsprojekte scheitern häufig daran, dass Analysen und Berechnungen zwar im Projektkontext entstehen, anschließend jedoch nicht systematisch in bestehende Prozesse integriert werden.

Um genau dies zu vermeiden, wurde im Projekt frühzeitig darauf geachtet, dass die entwickelten Strukturen und Methodiken in eine langfristig nutzbare Daten- und Reportingstruktur überführt werden können.

Hierfür kam die Nachhaltigkeitssoftware ID-Report zum Einsatz. Die Plattform dient als zentrale Umgebung für die strukturierte Erfassung, Verwaltung und Auswertung von Nachhaltigkeitsdaten. Hierbei werden zudem insbesondere die hierarchischen Strukturen der Organisation berücksichtigt, sowohl bei der Datenerfassung als auch bei der Auswertung.

Die im Projekt entwickelten Datenstrukturen, Kennzahlen und Berechnungslogiken wurden so aufbereitet, dass sie direkt in der Plattform abgebildet werden konnten. Dadurch entstand eine konsistente Systematik, mit der relevante Nachhaltigkeitsinformationen künftig strukturiert erfasst, dokumentiert und fortlaufend aktualisiert werden können.

Ein wichtiger Vorteil dieser Vorgehensweise besteht darin, dass methodische Entscheidungen und Datenstrukturen nicht ausschließlich in Projektdokumenten festgehalten werden, sondern unmittelbar in der operativen Datenstruktur verankert sind. Nachhaltigkeitsdaten werden dadurch nachvollziehbar dokumentiert und können im Zeitverlauf konsistent weiterentwickelt werden.

Für LR bedeutet dies, dass die im Projekt erarbeiteten Grundlagen langfristig nutzbar bleiben und gleichzeitig flexibel erweitert werden können, wenn sich regulatorische Anforderungen oder interne Informationsbedarfe weiterentwickeln.

Ergebnisse und Mehrwert

Durch die Zusammenarbeit konnte LR Health & Beauty die bestehenden Strukturen im Nachhaltigkeitsmanagement gezielt weiterentwickeln und auf zukünftige Anforderungen vorbereiten.

Ein wesentliches Ergebnis des Projekts ist die deutlich erhöhte Transparenz über vorhandene Nachhaltigkeitsdaten und deren Herkunft. Durch die strukturierte Analyse der bestehenden Datenquellen wurde sichtbar, welche Informationen bereits im Unternehmen verfügbar sind, wie sie methodisch eingeordnet werden können und an welchen Stellen eine Weiterentwicklung der Datengrundlage sinnvoll ist.

Mit dem Aufbau der Emissionsbilanz verfügt LR zudem über eine konsistente Grundlage zur Bewertung der eigenen klimabezogenen Auswirkungen. Die entwickelte Methodik ermöglicht es, Treibhausgasemissionen nachvollziehbar zu erfassen und die Datengrundlage im Zeitverlauf weiter zu verbessern.

Darüber hinaus wurde eine klare Struktur für die Erfassung und Verwaltung von Nachhaltigkeitskennzahlen geschaffen. Durch die Integration der Datenstruktur in die Plattform ID-Report können Nachhaltigkeitsdaten künftig zentral erfasst, dokumentiert und konsistent weitergeführt werden.

Ein weiterer Mehrwert liegt in der strategischen Einordnung zukünftiger regulatorischer Anforderungen. Durch den CSRD-Ready-Ansatz konnte LR frühzeitig bewerten, welche Themen für das Unternehmen relevant sind und welche Strukturen für kommende Entwicklungen vorbereitet werden sollten.

Damit entstand eine belastbare Grundlage, auf der Nachhaltigkeit nicht nur berichtet, sondern auch strukturiert weiterentwickelt werden kann.

Für uns war entscheidend, frühzeitig die Auswirkungen neuer regulatorischer Anforderungen zu verstehen. abat half, Aktivitäten systematisch einzuordnen und eine klare Basis für die Weiterentwicklung zu schaffen.

Valdemaras Gordinskis,
Senior VP Global Finance & Controlling bei LR Health & Beauty

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