Digitalisierungskonzept für eine durchgängig gesteuerte Möbelproduktion bei PALMBERG
Mit merkmalsorientierten Prozessen in die Zukunft der Fertigung
Auf einen Blick
Büromöbelhersteller
Schönberg, Mecklenburg-Vorpommern
607 Mitarbeitende (2025)
124,3 Mio. € Umsatz (2025)

Das Unternehmen
PALMBERG zählt zu den führenden deutschen Herstellern hochwertiger Büroeinrichtungen und steht seit Jahrzehnten für Qualität, Funktionalität und Design. Mit Sitz in Schönberg und weiteren Fertigungsstandorten produziert das Unternehmen Möbel, die Arbeitswelten modern und ergonomisch gestalten. Die Kombination aus handwerklicher Präzision und innovativen Technologien bildet die Grundlage für eine Fertigung, die auf individuelle Kundenwünsche eingeht und gleichzeitig höchste Effizienz gewährleistet.
Als mittelständisches Unternehmen mit klarer Zukunftsorientierung investiert PALMBERG kontinuierlich in digitale Lösungen, um Prozesse zu optimieren und den steigenden Anforderungen des Marktes gerecht zu werden.
Die Herausforderung
Im Zuge des stetigen Wachstums und der zunehmenden Marktdynamik stand PALMBERG vor der Aufgabe, die eigene Produktion und IT-Struktur zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Immer individuellere Kundenanforderungen, steigender Kostendruck und kürzere Lieferzeiten erhöhten den Anspruch an effiziente und flexible Abläufe in der Fertigung.
Zwar verfügt PALMBERG bereits über digitale Unterstützung in der Produktion, doch die bestehende Systemlandschaft stößt zunehmend an ihre Grenzen. Das System, das einige ERP-Aufgaben übernimmt, bildet zusammen mit selbst entwickelten Anwendungen die zentrale Basis der Logistik- und Produktionsprozesse, kann jedoch die wachsende Variantenvielfalt und die zunehmende Komplexität der Abläufe nur eingeschränkt abbilden.
Auch in der internen IT war die Herausforderung spürbar:
Zwar wurden bereits wichtige Modernisierungsschritte umgesetzt, doch blieb im anspruchsvollen Tagesgeschäft nur wenig Raum für eine umfassende Weiterentwicklung der Systeme und Prozesse. So entstand der Wunsch, die Digitalisierung der Fertigung gezielt und strukturiert anzugehen – mit dem Ziel, die Produktionsabläufe zukunftsfähig auszurichten und den steigenden Marktanforderungen langfristig gerecht zu werden.
Die Lösung
Um die zukünftige Ausrichtung der Fertigung strategisch vorzubereiten, entschied sich PALMBERG für die Entwicklung eines Digitalisierungskonzepts. Dieses sollte aufzeigen, wie Prozesse, Systeme und Daten künftig optimal zusammenwirken können, um die Produktion effizienter und transparenter zu gestalten.
Gemeinsam mit abat wurde dafür ein strukturiertes Vorgehen definiert: Von der Analyse des Status quo über die Bewertung der bestehenden IT-Landschaft bis hin zur Entwicklung einer Roadmap, die konkrete Handlungsempfehlungen und Prioritäten enthält. Das Ergebnis bildet heute die Grundlage für die schrittweise Weiterentwicklung der Produktions-IT und eine nachhaltige Digitalisierung der Fertigung.

Das Projekt
Den Startpunkt des Projekts bildete ein zweitägiger Initial-Workshop an den beiden Fertigungsstandorten in Schönberg und Rehna. Daran nahmen Vertreterinnen und Vertreter aus allen relevanten Unternehmensbereichen teil – von der Produktentwicklung über die Arbeitsvorbereitung, Fertigung und Qualitätssicherung bis hin zur IT und Geschäftsführung.
Im Mittelpunkt stand zunächst eine umfassende Ist-Analyse: Gemeinsam wurden die bestehenden Prozesse in der Fertigung, das Zusammenspiel der Systeme und die Rahmenbedingungen in der IT betrachtet. Dabei wurde deutlich, welche Anforderungen der Markt an Flexibilität, Variantenvielfalt und Geschwindigkeit stellt und wo die aktuelle Systemarchitektur an ihre Grenzen stößt.
Auf dieser Grundlage bewertete das Projektteam die identifizierten Themenfelder nach Relevanz und Umsetzungsreife.
Dabei wurden gezielt Vertiefungsfelder herausgearbeitet, in denen die zentralen Anforderungen an ein modernes Manufacturing Execution System (MES) betrachtet wurden. Schon früh zeigte sich, dass die Datengrundlage vom Auftragseingang bis an die Anlage ein Schlüsselfaktor für alle weiteren Digitalisierungsschritte ist. Nur wenn diese Auftragsinformationen in den Systemen so abgebildet sind, dass sie sowohl die Versorgung der Fertigung als auch die Erfassung relevanter Informationen zulassen, lassen sich die angestrebten Ziele erreichen.
Aus dieser Erkenntnis entstand der Bedarf, sich intensiver mit merkmalsorientierten Prozessen (MOP) zu befassen. Sie bilden die Basis, um Produkt- und Fertigungsdaten so zu strukturieren, dass eine flexible, digital gesteuerte Produktion mit hoher Variantenvielfalt möglich wird.
Ergebnisse
Zielarchitektur für die digitale Fertigung definiert
Geeignete Lösungsoptionen für die Produktionssteuerung bewertet (Eigenentwicklung vs. etabliertes MES)
Roadmap für die Modernisierung der IT-Landschaft mit Fokus auf merkmalsorientierte Prozesse erstellt
Grundlage für den Start des Projekts MOP geschaffen
Die Resultate
Mit Abschluss des Projekts verfügt PALMBERG über ein klar strukturiertes Digitalisierungskonzept, das als strategische Grundlage für die zukünftige Ausrichtung der Fertigung dient. Darin wurden zwei Lösungsansätze gegenübergestellt, mit denen eine durchgängig digitale Produktionssteuerung realisiert werden kann.
Zum einen wurde eine Cloud-basierte Eigenentwicklung gemeinsam mit abat betrachtet, die jedoch mit einem höheren Personaleinsatz sowie einer längeren Umsetzungsdauer verbunden wäre. Zum anderen wurde die Einführung von abats etabliertem MES PLUS analysiert, das für den Einsatz merkmalsorientierter Prozesse ausgelegt ist und sich in der Möbelbranche bereits bewährt hat. Für diesen Lösungsweg wurde durch eine Fit-Gap-Analyse aufgezeigt, in welchen Bereichen das MES die bestehenden Anforderungen bereits erfüllt und an welchen Stellen Anpassungen oder Erweiterungen benötigt werden.
Ergänzend dazu wurde die notwendige Neuaufstellung der IT betrachtet. Mit der erarbeiteten Roadmap und dem zugehörigen Migrationsplan wurden konkrete Empfehlungen formuliert, wie die bestehenden IT-Systeme modernisiert und weiterentwickelt werden können, um die Umsetzung merkmalsorientierter Prozesse zu ermöglichen und langfristig zu unterstützen.
Den Abschluss bildete ein Referenzbesuch bei einem führenden europäischen Möbelhersteller, der das MES über alle Fertigungsstandorte hinweg nutzt und die Umstellung auf merkmalsorientierte Prozesse erfolgreich durchlaufen hat. Die dort gewonnenen Einblicke bestätigten die im Digitalisierungskonzept beschriebenen Ansätze und verdeutlichten deren praktische Relevanz.

Ausblick
Auf Basis des erarbeiteten Digitalisierungskonzepts hat sich PALMBERG entschieden, den nächsten Schritt zu gehen und ein Projekt zur Umsetzung der merkmalsorientierten Prozesse zu starten. Aktuell befindet sich das Vorhaben in der von abat geführten Projektinitialisierungsphase, in der die Grundlagen für die Umsetzung geschaffen werden. Dazu gehört die Erstellung eines Lastenhefts, das die konkrete Ausgestaltung des Projekts beschreibt – etwa hinsichtlich der personellen Besetzung, der inhaltlichen Schwerpunkte sowie der Wechselwirkungen mit anderen Unternehmenszielen und geplanten Projekten.
Das geplante Projekt wird auf die bewährte Produktionssteuerungslösung PLUS von abat ausgerichtet sein, die speziell für die Anforderungen der Möbelbranche entwickelt wurde. Dabei fließen auch Erfahrungen aus bestehenden Kundenszenarien und früheren Projekten ein, um PALMBERG optimal auf dem Weg in eine durchgängig digital gesteuerte und variantenreiche Fertigung zu begleiten. Damit setzt PALMBERG die Weichen für eine Fertigung, die auch zukünftigen Marktanforderungen souverän begegnen kann.
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